Wiesenblumen und Kräutervielfalt auf der Streuobstwiese

Das südliche Teilstück der Streuobstwiese wurde von der ehemaligen Wilhelm-Raabe-Schule (Lageplan) augenscheinlich bis ca. 2008 als Schulgarten genutzt. Nach 2008 fiel die Fläche für einige Jahre brach, bis im Jahr 2012 das Streuobstwiesenprojekt der Katholischen Erwachsenenbildung den Zuschlag für die Umsetzung einer Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme (A/E-Maßnahme) auf diesem Gelände bekam. Im Jahr 2012 wurden im Rahmen dieser A/E-Maßnahme 27 junge hochstämmige Obstbäume gepflanzt. Das Grünland des ehemaligen Schulgartengeländes entwickelte sich zu einer unterschiedlich ausgeprägten Glatthafer-Wiese (Pflanzen-Gesellschaften des Arrhenatheretum elatiores), die 2-3 mal im Jahr gemäht wurde, um diese Fläche mittelfristig etwas auszuhagern und damit auch Kräutern, die weniger nährstoffreichen Boden lieben, eine Chance zu geben.

Der KEB wurde über das Stadtgarten- und Friedhofsamt der Stadt Magdeburg Saatgut für die Steigerung der Artenvielfalt auf der Streuobstwiese zur Verfügung gestellt. Das Saatgut besteht aus einer Mischung von 57 regional vorkommenden Wildpflanzen (Liste) der Firma Matthias Stolle (Halle). Nach Angabe des Saatgutlieferanten gilt eine Wiederfindungsrate der angesäten Arten von über 70% während der ersten drei Standjahre als erfolgreich. Bezogen auf das KEB Projekt „Wiesenblumen und Kräutervielfalt auf der Streuobstwiese“ wären das etwa 40 Arten.

Nachfolgend werden die einzelnen Abschnitte der fünf Projektjahre in Wort und Bild erläutert und dargestellt.

 

2014 - 2015 - 2016 - 2017 - 2018

 

Verlauf im ersten Standjahr 2014

Saatgutfläche nach dem Umgraben

1. Abschnitt: Projektstart
Im Januar 2014 wurden einige Teilflächen der Streuobstwiese umgebrochen und für die Aussaat der Wildkräutermischung vorbereitet.
 

Saatgutfläche nach dem Aufgehen der Saat

2. Abschnitt:
Anfang Mai sind die ersten Keimergebnisse gut sichtbar. Die Saat wurde bewusst in Reihen ausgebracht, um im Boden vorhandene Grassamen und Gräser-Rhizome durch Hacken besser unter Kontrolle halten zu können.

 

(Liste des Saatgutes)
 

Saatgutfläche vor der Blüte

 

3. Abschnitt:
Ende Mai hat sich die Ansaat bereits gut entwickelt. Um den Einfluss der umliegenden Wiese zu mindern und den Zugang zu vereinfachen, wurden die angrenzenden Flächen gemäht.

 

4. Abschnitt:
Anfang Juni zeigen sich die Versuchsflächen als üppige grüne Inseln im gemähten Umland.

Allerdings war der immer dominanter werdende Raps (A) nicht vorgesehen und auch nicht erwünscht. Deshalb wurden die Pflanzen entfernt. Nun übernahm die blau blühende und von Bienen bevorzugte Rainfarn-Phazelie (B) die Vorherrschaft, um dann von den Sonnenblumen (C) abgelöst zu werden.


Bei der Prüfung der jetzt blühenden Arten konnten folgende kartiert werden:

a) ausgesät

  • Ackerrettich
  • Ackersenf
  • Borretsch
  • Echter Buchweizen
  • Gemeiner Lein
  • Inkarnatklee
  • Klatschmohn

b) zusätzlich festgestellt:

  • Fenchel
  • Hederich
  • Raps (dominant)
  • Kornblume
  • Pastinak
  • Rainfarn-Phazelie
  • Ringelblume
  • Saatmohn
  • Sonnenblume
  • Weißer Senf
  • Wiesen-Pippau
5. Abschnitt:
Im Oktober ist die größere Artenvielfalt auf den Ansaatflächen noch gut zu erkennen.

Zunächst wird das Projekt für das Jahr 2014 abgeschlossen. Auch wenn nur ein kleinerer Teil der ausgesäten Pflanzen aufgegangen ist, kann die Aktion bisher als Erfolg gewertet werden. Im Frühjahr des nächsten Jahres wird sich zeigen, ob die Selbstvermehrung der Kräuter gute Ergebnisse zeigt.